Wassermann


6. ledna 2017, autor Eva,



Nach dem schrecklichen Erlebnis bei Lykaons Festmahl entsagte Zeus der ganzen Menschheit.

Er rief alle Götter auf dem Olymp zusammen und eröffnete die Versammlung mit dunklen Visionen: „Die Menschen glauben nicht mehr an uns, sie verspotten uns, sie lästern über uns, sie wollen nicht die Tempel für uns bauen, sie wollen keine Opfer bringen. Sie sind böse, sündig, tückisch, sie ermorden sich gegenseitig, nur um die Macht ergreifen zu können.“

„Tyrannische Herrscher verkünden, dass sie die Weisesten in der Welt sind und mehr als Götter wissen,“ ergänzte Athena, die Göttin der Weisheit.

„Sie töten heilige Tiere und jagen an Orten, die nur für die Götter bestimmt sind,“ warf Artemis, die Göttin der Jagd und des Wildes, ein.

 „Eitle und nassforsche Frauen behaupten, sie seien schöner als ich,“ beklagte sich Aphrodite, die Göttin der Schönheit und Liebe.

„Sie verdienen es zerstört, getötet, vernichtet und ausgerottet zu werden,“ schrie Ares, der Gott des Krieges.

Zeus wägte in der Hand seinen Donnerkeil und wandte sich an den Hephaistos, den Gott des Feuers: „Ja, wir müssen die Menschheit streng bestrafen. Sobald ich meinen Donnerkeil auf die ersten Städte werfe, hast du, Hephaistos, dafür zu sorgen, dass sich das Feuer schnell ausbreitet.“

„Wartet, wenn wir alle Menschen massakrieren, wird uns künftig niemand mehr verehren. Und niemand baut für uns je wieder einen Tempel!“ wendete ganz pragmatisch Apollon, der Gott des Lichts und der Sonne, der Beschützer des Lebens und der Ordnung sowie ein unfehlbarer Seher, ein.

„Das ist richtig, wir sollten einige Leute überleben lassen, damit ein neues und besseres Geschlecht entsteht,“ mischte sich die Göttermutter Hera in die Debatte ein.

„Und welche Menschen sollten ausgewählt werden? Wer entscheidet darüber?“ fragte Zeus seine Frau mit Erleichterung, weil Apollon andeutete, was er und alle anderen dachten, aber sich fürchteten, das auch laut auszusprechen.

„Und was ist mit Deukalion, dem Sohn des Prometheus? Prometheus ist immer für die Menschen eintreten. Er kennt sie gut und hat sie gern. Er verdient, dass sein Sohn überlebt,“ schlug Dike, die Göttin der Gerechtigkeit, vor.

Jetzt nickten alle Götter zustimmend. Titan Prometheus tat für die Leute viel Gute. Er stahl für sie das Feuer aus der Schmiede des Hephaistos. Er lehrte sie Metalle schmelzen, zählen, lesen und schreiben. Er zähmte wilde Stiere, so dass mit ihrer Hilfe die Felder gepflügt werden können. Er fällte Bäume und baute das erste Schiff. Er litt für die Menschen, auf einem Felsen angekettet, wo ein Adler während des Tages seine Leber   anpickte, die ihm über die Nacht gewachsen sind. Von diesen Qualen erlösten ihn erst Herakles und der Kentaur Cheiron. Sein Sohn Deukalion und seine Frau Pyrrha sind fromme, ehrliche und faire Menschen. Das ist eine weise Entscheidung.

Tiefe Stille breitete sich aus. Die Götter dachten angestrengt nach, wie sich diese beiden retten können, wenn das Feuer auf die ganze Erde übergreift.

 Zeus schlug eine Strafmöglichkeit vor, in der kein Feuer nötig sein würde: „Poseidon, wenn die Zeit kommt, werfe alles Wasser auf die Erde, so dass es zu einer riesigen Überschwemmung kommt. Wenn das Wasser sinkt, überleben nur die zwei Auserwählten, die dann ein neues menschliches Geschlecht gründen.“

Hermes, der Götterbote, hatte die Aufgabe, den Titanen Prometheus über alles zu verständigen. Prometheus befahl seinem Sohn Deukalion, er sollte ein großes Schiff bauen, Lebensmittelvorräte einladen, im Käfig eine Taube einsperren und dann einfach zuwarten.

Poseidon schlug dreimal mit dem Dreizack auf den Boden: Aus allen Meeren, allen Flüssen, Bächen und Seen strömten riesige Ströme heraus. Zeus sorgte für einen heftigen Sturzregen und Sturm. Die Wassermassen fielen auf die Erde, sie verbanden sich mit den Oberflächengewässern und vollendeten das Vernichtungswerk.

Vergeblich versteckten sich die Menschen in ihren Türmen, vergeblich flohen sie vor dem Unglück in die Berge. Das Wasser fegte alles Lebendige hinweg, riss Gebäude, Brücken und selbst prächtige steinerne Tempel wie Kartenhäuser zusammen. Der Sturm versenkte sogar all jene Schiffe, auf die sich einige wenige gerettet hatten. Niemand entwich diesem Inferno.

In wenigen Stunden wurde die Erde komplett überflutet. Nur ein einziges Schiff segelte durch die Wellen und Winde. Es war die Arche, in der Deukalion und seine Frau Pyrrha über die See schifften. Erschrocken, Hand in Hand, schmiegten sie sich aneinander und hofften, dass die schreckliche Flutkatastrophe bald vorbei sei.

Neun Tage dauerte das verheerende Hochwasser, neun Tage durchkreuzten unsere beiden Auserwählten den endlosen Ozean. Danach begann das Wasser zu sinken. Deukalion ließ die Taube zur Beobachtung frei. Als die Taube zurückkehrte, führte sie die Arche zum Berggipfel des Parnass, der aus dem Meer vorsprang.

Die Eheleute betraten das Festland und beobachteten, wie der Wasserspiegel langsam sank, und wie die Gipfel der Bäume und Ruinen der Tempel aus dem Wasser wieder auftauchen. Nirgendwo sahen sie jedoch die Menschen. Sie stiegen zum Fluss Kefis nieder und dankten Zeus, dass er sie überleben liess.

In den näher liegenden Ruinen vom Tempel der Themis beteten sie laut: „Mächtige Götter, mächtiger Zeus, wir bitten demütig, lasst die Menschheit auf unsere Erde zurückkehren. Wir wollen nicht hier allein bleiben.“

Die Göttin Themis erschien und befahl ihnen: „Verhüllt eure Köpfe, geht von diesem Tempel weg und werft die Gebeine eurer Mutter auf den Weg.“

Deukalion und Pyrrha sahen einander überrascht an.

Pyrrha war entsetzt: „Ich kann doch nicht das Grab meiner Mutter öffnen und die Knochen aus ihm herauswerfen!“

Deukalion schüttelte den Kopf: „Sie hat das sicherlich nicht so gemeint. Die Götter sprechen oft in Rätseln, wir müssen herausbekommen, was sie uns andeuten wollte.“

Sie grübelten, sie zerbrachen sich den Kopf. Plötzlich sprang Pyrrha freudig auf: „Ich glaube, ich habe es! Mutter ist die Mutter von uns allen, die Göttin Gaia, die Mutter Erde.“

„Und ihre Knochen sind Steine ​​und Felsen. Wir müssen Steine ​​hinter uns werfen,“ ergänzte Deukalion.

Und so verhüllten die letzten Überlebenden auf der Erde ihre Köpfe, gingen von den Ruinen des Tempels langsam weg, sammelten Steine ​​und warfen diese hinter sich. Die Steine ​​fielen auf den morastigen und schlammigen Boden und wurden auf wundersame Weise grösser und grösser.

Sie wuchsen in Gestalt von Steinstatuen auf. Diese wurden lebendig. Sie zogen die Füße aus dem schweren Schlamm. So entstanden die ersten Menschen nach der Sintflut. Aus Steinen, welche die Pyrrha warf, entstanden Frauen. Aus jenen, die Deukalion warf, erwuchsen Männer. Daher war die erste Generation von Menschen so stark und standfest. Sie stammte aus harten Felsen des Berges Parnassus.

Zeus, der die Wasserströme auf die Erde goss, wird heute durch das Sternbild Wassermann dargestellt.

 

 

Sternbild Wassermann (Aquarius)

 

      Der Wassermann ist ein typisches Herbststernbild, das von September bis November am besten zu sehen ist. Obwohl es eine große Formation ist, enthält es keine hellen Sterne. Für die Beobachtungen mit einem Fernrohr ist der Kugelsternhaufen M2 interessant.

Der hellste Stern im Sternbild ist Sadalmelik. Sein Name stammt aus dem Arabischen und bedeutet "Glücklicher Stern der Könige". Der zweite helle Stern ist Sadalsuud, was in der Übersetzung "Glücklicher Stern für die ganze Welt" bedeutet. Im Westen von dem Wassermann liegt der Steinbock, im Osten finden wir die Fische.

AQUARIUS

Im Sternbild Wassermann befindet sich der sogenannte Helix-Nebel, der als größter planetarischer Nebel gilt und gelegentlich auch mit dem Namen „Auge Gottes“ bezeichnet wird. Mit seiner Distanz von rund 650 Lichtjahren ist er zugleich der nächstgelegene planetarische Nebel, allerdings kaum mehr mit Amateurteleskop beobachtbar.

 

Aqr

Sadalmelik ist alpha, Sadalsuud ist beta.

 







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